LABEL - LABE-ELBE Adaption to flood risk

Pilotaktion 8

Workshop „Einbindung von Kommunen in das Hochwasserrisikomanagement“, 19.05.2010

Am 19.05.2010 hat der Workshop mit Kommunen, Landesverwaltungen und LABEL Partnern stattgefunden, in dem die vorläufigen Ergebnisse der Pilotaktion vorgestellt und diskutiert wurden.

Weitere Informationen über die Pilotaktion können Sie hier finden.


Bericht des Workshops: 

Englische Version:

Polnische Version:


Präsentationen des Workshops:

  • Programm des Workshops:
  • Die zentrale Bedeutung der kommunalen Planung für die Hochwasservorsorge
    Peter Seifert, Regionaler Planungsverband Oberes Elbtal / Osterzgebirge
  • Baugebiete in Überschwemmungsgebieten
    Birgit Weber, Landesdirektion Dresden
  • Das Projekt LABEL und das Pilotprojekt „Einbindung von Kommunen in das Hochwasserrisikomanagement“
    Hr. Peter Heiland, INFRASTRUKTUR & UMWELT, Prof. Böhm und Partner
  • Gefahren- und Risikokarten für die kommunale Planung: Aktueller Stand, Defizite, zukünftige Anforderungen
    Matthias Grafe, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
  • Förderprogramme für die Regionalentwicklung: Welche Rolle spielen Aspekte der Hochwasserrisikovorsorge?
    Michael Holzweißig, Regionaler Planungsverband Oberes Elbtal / Osterzgebirge

Impressionen des Workshops:


Im LABEL Projektantrag sind zwei sächsische Pilotaktivitäten verankert, die exemplarisch zur Verbesserung der Schnittstelle zwischen Raumplanung und Wasserwirtschaft beim Hochwasserrisikomanagement in sächsischen Planungsregionen beitragen sollen. Die erste Pilotaktivität „Einbindung von Kommunen in das Hochwasserrisikomanagement“ hat im Sommer 2009 begonnen und soll im Sommer 2010 abgeschlossen werden.

Hintergrund der Pilotaktion :

Die Raumplanung setzt ihre Instrumente (u.a. Vorrang- und Vorsorgegebiete) zunehmend konsequent ein, um die Erhöhung von Schadenspotenzialen in Hochwasserrisikogebieten durch Neuausweisungen und Neuplanungen zu verhindern. Allerdings gelingt es weder mit wasserwirtschaftlichen noch raumplanerischen Instrumenten im Bestand wirkungsvoll eine weitere Risikoerhöhung zu verhindern, die z.B. durch Nachverdichtung im Bestand oder durch Restrukturierung von Nutzungen auf bestehenden oder ehemaligen Siedlungsflächen erfolgen.

Bei neu geplanten Baugebieten wird zwar mittlerweile meist auf die Risikosituation Rücksicht genommen, allerdings werden bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen immer noch oftmals als ausreichend für die vollständige Risikovorsorge angesehen. Die Lage neuer Baugebiete in Bereichen mit hohem Restrisiko (hinter Schutzanlagen und Deichen) führt oftmals nicht zur Abkehr von der Planung sondern lediglich zur Forderung nach weiteren baulichen Schutzmaßnahmen.

Gleichzeitig soll derzeit im Rahmen der Hochwasserrisikomanagementplanung eine Bewertung und Darstellung des Hochwasserrisikos und die Entwicklung von Maßnahmen (insbesondere auch nichttechnischer Verbesserungsmaßnahmen) erfolgen (vgl. auch EU Hochwasserrisikomanagement Richtlinie). Hieraus ergibt sich eine weitere Schnittstelle zwischen Bauleitplanung und Hochwasserrisikomanagement, da die Bauleitplanung einen wichtigen Beitrag zur nicht-technischen Risikovorsorge leisten kann.

Schließlich ist die Schnittstelle zwischen Regional- und Bauleitplanung von zentraler Bedeutung, da die Regionalpläne gleichfalls über die Instrumente der überörtlichen räumlichen Planung zur Risikovorsorge beitragen müssen. Sie entfalten aber nur dann tatsächlich eine Wirkung, wenn die Bauleitplanung in die gleiche Zielrichtung handelt.

Ziele der Pilotaktion:

  • Klärung der Problemlage in den Kommunen beim Umgang mit den Anforderungen des Hochwasserrisikomanagements an die Bauleitplanung.
  • Klärung von Anforderungen und Problemen beim Vollzug und bei Änderungsabsichten für rechtskräftige Bauleitpläne in Überschwemmungsgebieten.
  • Möglichkeiten und Risiken für die bauliche Entwicklung in Überschwemmungsgebieten
  • Entwicklung und Diskussion von Verbesserungsmöglichkeiten und Strategien.
  • Erhöhung des Problem- und Lösungsbewusstseins.
  • Verbesserung der Schnittstellen Kommune – Regionalplanung – Wasserwirtschaft.
  • Schlussfolgerungen für die Ziele und Grundsätze der Landesplanung und Anpassung Regionalplanerischer bzw. Raumplanerischer Instrumente;
  • Verbesserung der wasserwirtschaftlichen Grundlagen durch den Dialog mit den Experten vor Ort.
  • Diskussion von relevanten Schlussfolgerungen (bezüglich Raumplanungsinstrumenten und Wasserwirtschaft/Risikomanagement) mit den LABEL Arbeitsgruppen STRAT/ADAPT und RISK sowie Einbettung in gemeinsame LABEL Produkte  

Verantwortlicher Projektpartner:
PP 1: Sächsisches Staatsministerium des Innern